12,8 V Winston LifeYPo4 bauen

12,8 V Winston LifeYPo4 bauen

Als erstes möchte ich darauf hinweisen, dass ich selber kein Elektriker bin. Bei dem Bau des 12,8V Winston Lifepo werde ich von einem KFZ-Meister unterstützt. Wir werden den LifeYPo4 mit Zahlreichen Sicherungen versehen. Details hierzu erfährt ihr im Laufe des Posts. Wer dieser Bauanleitung folgt handelt auf eigenes Risiko.

Warum ein LifeYPo4 und keine AGM oder Gel Batterie ?

Nach diversen Recherchen im Internet habe ich folgende Fakten zusammen getragen, die mich dazu bewegt haben einen Lifepo4 einer herkömmlichen AGM bzw. Gel Batterie vorzuziehen. Die Daten beziehen sich auf einen Winston LifeYPo4 von 12,8 V (4 Module a 3,2 V) 200 AH und 2 x Ective EDC120 Deep Cycle AGM 120Ah parallel Geschaltet.

 Winston LifeYPo4 12,8 V 200 AHActive  EDC 120 Deep Cycle AGM 120Ah
Nennspannung12,8V12V
Gewicht 29,7 kg2 x 29,3 kg = 58,6 kg
Optimaler Ladesstrom100A (0,5C)24-48A (0,1-0,2C)
Optimaler Entladestrom100A (0,5C)24-48A (0,1-0,2C)
max.  Ladestrom600A (3C) mit Temp. Überwachungkeine Angabe
max.  Entladestrom600A (3C) 15 Minutenkeine Angabe
Batteriekapazität200Ah/2,56KWh240Ah/2,88KWh
Nutzbare Batteriekapazität160Ah/2,04KWh (80%)240Ahx0,6=144Ah/1,728KWh (60%)
Ladezyklenca. 5000-8000ca. 1500-2000
Benötigter PlatzOption1:  362x224x256
Option2: 724x112x256
Option1: 345x350x235
Option2: 690x175x235
Preis1.060 €380 €
Preis pro Ladezyklus0,13€-0,21€ 0,19€-,25€

Fakten:

  • Der Winston LifeyPo4 ist wesentlich leichter, wiegt mit ca.29,7 kg die Hälfte
  • Der Winston LifeyPo4 hat höhere Ladeströme und Entladeströme
  • Der Winston LifeyPo4 hat eine höhere nutzbare Batteriekapazität
  • Der Winston LifeyPo4 hat eine ca. 3 mal höhere Haltbarkeit (Ladezyklen)
  • Die Ective AGM Batterie hat einen wesentlich niedrigeren absoluten Preis
  • Der Winston LifeyPo4 hat einen niedrigeren Preis pro Ladezyklus

… und das wichtigstes Argument  der LifeyPo kann wie ein Gießkanne benutzt werden. Mann kann den Akku nur so voll Laden wie man möchte. Bei einer AGM Batterie wird eine vollständige Ladung empfohlen um die Haltbarkeit auszunutzen. Des Weiteren ist bei einer AGM Batterie eine Aufwendige Ladeprozedur notwendig.

Youtube Video Vergleich  LifeYPo4 vs. AGM:

youtube Video

Warum einen Life(Y)Po4 bauen und keinen kaufen ?

orweg zu diesem Thema gibt es mit Sicherheit mehrere Meinungen. Welche fertigkonfigurierten Lifepo4 Batterien gibt es überhaupt am Markt.

Aus Kostengründen habe ich mich für das sogenannte Winston Yacht Set entschieden.Das Winston 200Ah Yacht Set bestehend aus 4x Winston WB-LYP200AHA , 123SmartBMS Batterie Management,  Zellenverbinder und entsprechende Schrauben, gibt es bei GWL Power in Teschechien für 1364 €. Das BMS kann über jedes Android und iPhone Handy per Bluetooth gesteuert werden, hierzu gibt es eine App.

Je nach Lade-/Entladestrom werden noch ein LVP und HVP Relais benötigt welche den Lade- und Entladestrom getrennt voneinander an und abschalten können. Ich habe mich für den 123Smart Relais entschieden (kann 2x 120 Amper schalten) als OVP Relay und einen Victron BatterieProtect 220  als LVP entschieden.

Das Low Voltage Protection Relay (LVP) kann Entladeströme bis 220 Amper schalten, in meinem Fall ist es mit einer 175 Amper Sicherung versehen.  Mein größter Verbraucher ist ein Dometic Wechselrichter, dieser kann eine Dauerlast von 125 A erzeugen. Somit können alle anderen Verbraucher noch 50 A parallel konsumieren bis die Sicherung auslöst.

Das High Voltage Protection Relay ist mit einer 100 A Streifensicherung abgesichert. Als Ladegeräte habe ich 230 V Ladergerät von Nordelectronica (20a) , eine B2B Loader von Votronic (30A)  und ein Solar MPPT Laderegler (18A) von Victron SmartSolar 100/20 mit  3 x Solarzellen a 100 Watt angeschlossen. Hier entsteht ein max. Ladestrom von ca. 50A.

Zusätzlich können die Winston   WB-LYP200AHA  Module laut Hersteller Beschreibung von -45 °C –  +85 °C geladen und entladen werden. Dies liegt an den Yttrium Anteil in den Batteriemodulen. Normale Lifepo Batterien ohne Yttrium Anteil  bekommen ab ca.  +5 °C Problem beim laden und entladen. (Der Innenwiderstand der Lifepo Batterie erhöht sich stark, je niedriger die Außentemperaturen sind. Genau dieser Effekt wird durch Yttrium verhindert).

Das Winston Bauset kommt mich mit allen Komponenten auf ca. 1700 € inklusive aller noch zusätzlich benötigten Sicherungen, Kabeln, Relais und einem selbstgebauten Batteriekasten. Eine  genaue Kosten und Komponenten Aufstellung erfolgt nach finaler Fertigstellung der Konstruktion.

VWinston LifeYPo4  bauen – Initiales laden der LIFEYPo4 Zellen.

Jede Zelle muss mit einer Spannung von 4.0 V geladen werden. Hierzu wird ein Laborladergrät auf 4,0V eingestellt und die Zelle entsprechen am + und – Pol verbunden.  Sobald das Laborladegerät einen Ladestrom von 0A erreicht ist die Zelle initialisiert. Die initiale Ladung wird pro Zelle einzeln durchgeführt.
Am besten messt Ihr die Endspannung mit einem Multimeter nach um sicherzustellen ob eine Zellspannung von 4 V erreicht wurde.

Winston LifeYPo4  bauen – Zellen in Reihe schalten (wie mach man aus 4 x 3,2V  gleich 12,8V)

Das in Reihe schalten Zellen  funktioniert folgendermaßen.

LIFEYPo4 in Reihe
LIFEYPo4 in Reihe

Hierbei wird der Plus und Minus Pol jeweils einer Zelle mit einer Brücke aus Kupfer verbunden bis 4 Zellen in Reihe geschaltet sind.  Somit erhält man eine Spannung von 12,8 V und eine Batteriekapazität von 200 AH.

Bitte beachtet, dass ein LIFEPo4 nur mit einem BMS System in Reihe geschaltet werden sollte um den Zellausgleich zwischen den Zellen zu steuern.

Die Batterie sollte mit 14,2 V -14,4 V geladen werden bei einer Nominalspannung von 13,6 V. (VBypass).

Die Zelle kann max. mit 600 A (3C) geladen werden, ideal  sind 20 -100 A (0,2C – 1 C).

Winston LifeYPo4  bauen – 123 Batterie Management System

Das 123 BMS System besteht aus  den folgenden Komponenten. Einer Platine an dem die Stromsensoren angebracht sind, die je nach Konfiguration den Batterie ladenden und entladenden Strom messen. Zwei Stromsensoren, zwei Platinen für den Zellenausgleich der Zellen und eine Platine auf dem die Steuerelais angebracht sind.

Die Steuerrelais werden mit dem LVP und OVP Relay verbunden. Die Relais  können je nach Spannung, Temperatur und SOC  (Batteriekapazität in %) ausgelöst werden.

LVP BatteryProtect 220: 
Beim LVP Relay Victron BatteryProtect 220 wir nur die Steuerleitung an das Steuerrelay anschlossen. Masse muss extra mit der Batterie verbunden werden. Die Plus Leitung holt sich das Relais über die Standard Leitungen durch die auch später der Strom fliessen soll. Sobald der der Strom  vom Steuerrelay getrennt wird trennt sich auch der BatteryProtect, sprich er geht in den Status auf offen. Hinweis: Der Relay hat Reststrom d.h. es dauert ca. 30 Sekunden bis kein Reststrom mehr am BatterieProtect anliegt (messen mit Multimeter).

HVP 123 SmartRelais:
Beim 123 SmartRelay muss die Plus, Minus und Steuerleitung angeschlossen werden, Plus und Minus kommen entsprechend vom Steuerrelay. Hinweis: Wenn ich nochmals einen LIFEYPo4 bauen müsste, würde ich anstelle 123 Smart Relay eine 2ten BatteryProtect mit 100 A einsetzen.

Die genaue Konfiguration und die Einstellungsmöglichkeiten des BMS sind in der Anleitung des 123 BMS vermerkt, dies zu beschreiben würde mit Sicherheit den Rahmen dieses Posts sprengen. Anfragen zu meiner Konfiguration beantworte ich gerne per Kommentarfunktion.

Auflistung der von mir verwendeten Komponenten um die LIFEYPo4 zusammenzustellen.

Anbei eine Auflistung der von mir verwendeten Komponenten.

  • 4 x 200A Winston LifeYPo4 Zellen
  • 123 Smart BMS System 100 A Set
  • 123 Smart Relay
  • 1  Relay  Victron BatteryProtect 220A
  • 1  Victron BMV 702  inklusive 500 A Shunt
  • 1 m 55 mm Kuperkabel schwarz
  • 2 m 25 mm Kupferkabel  schwarz für Anlasser bis 180 A.
  • 1 Streifensicherung 100A
  • 1 Streifensicherung 175 A
  • 1 m Kupferstab 3mm
  • 1m 0,75 Einzelader Draht grau
  • 1m 0,75 Einzelader Draht blau
  • 1m 0,75 Einzelader Draht braun
  • 1 m 0,75 Einzelader Draht rot
  • 2 m 2,5 mm Kupferkabel schwarz
  • 2 m 2,5 mm Kupfekabel rot
  • Diverse Kabelschuhe
  • 2 Stück Diode grün
  • 1 Autosicherungshalter für 6 Sicherungen inklusive 5 x 2A Sicherungen und 1x  3 A Sicherungen
  • PVC Platte (nur auf dieser Platte werden Leitungen angebracht leitet nicht)
  • Diverse andere Holzplatten

LifeYPo4 im Integra Line 720 EB

LifeYPo4 im Integra Line 720 Eb

Anbei ein Bild des Ergebnisses, mit Sicherheit kann man einige Komponenten schöner verarbeiten, dass wichtigste ist ab die Lösung funktioniert bis jetzt tadellos und sicher.

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9 Antworten

  1. Siegfried Wögerbauer sagt:

    Hallo,
    ok, eine Frage hätte ich noch zu den Stromsensoren vom Set:
    Was ist der kleinste Wert, der dir von den Sensoren in der APP angezeigt wird.
    Eine Entnahme oder eine Ladung unter 2 A wird von den Sensoren bei mir nicht erkannt, nur die Anzeige vom Votronik Triple zeigt schon ab 0,… an.
    Obwohl ich die Sensoren breits mehrmals über das 123 BMS

    • abeham sagt:

      Die kleinste Einheit auf der App sind 0,5 A. Ich sehe allerdings auch den Kriechstrom auf meinem BMV 702 auf 0,1 A Level.

    • abeham sagt:

      Hast Du/Sie bereits eine 0 A Kalibrierung gemacht geht allerdings nur über die Jumper Settings und nicht über die APP. Sehe Text in der Anleitung

    • Option switch nr 4: When the current sensors need to be calibrated follow the next procedure: Make sure there is running absolutely no current through the current sensors during the zero calibration procedure. On the IN module you will find the option switches. Set option switch number 4 to the ON position. Now the “Auto zero” procedure will be active. The currents on the App screen will show 0 Amps in a couple of seconds. Set the option switch number 4 back to the OFF position again.
  • Wögerbauer Siegfried sagt:

    Ja, habe ich natürlich bereits mehrere Male über den Jumper kalibriert, trotzdem wird ein Wert unter 2A nicht angezeigt, liegt wahrscheinlich an den 200A Stromsensoren.

  • abeham sagt:

    Dann wird es wohl an den Sensoren liegen.

  • Wögerbauer Siegfried sagt:

    Hallo,
    mir ist in deiner Aufstellung aufgefallen, dass du das BMS123 Set 100A eingesetzt hast.
    Wie sollte der Stromsensor für die WR Entnahme 125A und noch 50A für Restverbraucher anzeigen können?
    Mit dem 100er Set geht das sicher nicht, oder sehe ich das falsch?
    Mir ist auch der MPPT Laderegler 100/20 18A von Victron nicht ganz klar. Du gibst an 50A Nennleistung bei drei 100W Panelen.
    Victron gibt für den 100/20 eine Nennleistung Ladestrom von max. 20A und eine Nominale PV Leistung bei 12V 290W an?
    l.g.
    WSLinz

    • abeham sagt:

      Hallo

      Danke für den Kommentar. Ich würde hier zwischen Praxis und Theorie unterscheiden.

      Theorie:
      Der Sensor kann einen Max. Strom von 300a.
      Hatte erst den gleichen Gedanken habe mir dann nochmals genau die Spezifikation des Sensor durchgelesen.(googeln)

      Praxis:
      Ich habe Max. 120 A Anliegen basierend auf Statistik vom BMV702. Alles funktioniert seit 1,5 Jahren.

      Theorie:
      Du hast Recht der Regler kann Max 290 Watt
      Allerdings ist er von Victron für 300 Watt zugelassen.

      Praxis:
      Der höchste gemessene Wert der Solaranlage Liegt bei 272 Watt. ( somit spielen die 10 Watt Differenz überhaupt keine Rolle).

    1. 12. November 2018
    2. 14. Juli 2019

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